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Pubikationen über das deutsche Konzentrationslager für polnische Kinder in Lodz

Der erste Artikel über die Schicksale der minderjährigen Häftlinge an der ul. Przemysłowa wurde 1946 von Maria Niemyska-Hessenowa in der Zeitschrift „Służba Społeczna” [„Sozialdienst”, Anm. d. Übers.] veröffentlicht. In ihrem Artikel „Dzieci z lagru” [„Kinder aus dem Lager”, Anm. d. Übers.] beschrieb sie die psychophysische Verfassung von 233 Häftlingen, die nach ihrem Aufenthalt im Lager in die Miejskie Pogotowie Opiekuńcze (in die Städtische Pflegeanstalt, Anm. d. Übers.] in Lodz verbracht wurden. Zahlreiche Veröffentlichungen, in denen die Autorinnen und Autoren die Entstehung und Funktionsweise des Kinderlagers an der ul. Przemysłowa darstellten, stammen aus den 60er Jahren – dies hing damit zusammen, dass die Okręgowa Komisja Badania Zbrodni Hitlerowskich [die Bezirkskommission für die Untersuchung von NS-Verbrechen, Anm. d. Übers.] in Lodz Beweise über das Lager sammelte. Ebenfalls aus den 60er Jahren stammt der Artikel des Lodzer Journalisten Wiesław Jażdżyński „Reportaż z pustego pola” [„Reportage aus einem leeren Feld”, Anm. d. Übers.], der 1965 in der Zeitschrift „Odgłosy” [„Stimmen”, Anm. d. Übers.] erschien.

Im Jahr 1971 wurden im Verlag Wydawnictwo Łódzkie die Memoiren von Tadeusz Raźniewski unter dem Titel „Chcę żyć” [„Ich will leben”, Anm. d. Übers.] veröffentlicht. Dies war eine weitere Publikation über das Lager an der ul. Przemysłowa, die von einem ehemaligen Häftling verfasst wurde. Die Geschichte von Tadeusz Raźniewski diente auch als Grundlage für das Drehbuch zum Spielfilm „Twarz Anioła” [„Engelsgesicht”, Anm. d. Übers.], der im Januar 1971 Premiere feierte. Bei dem Film führte Zbigniew Chmielewski Regie.

Ab 1968 veröffentlichte die Zeitschrift „Przegląd Lekarski” [„Ärzte-Umschau”, Anm. d. Übers.], die vom Krakauer Zweig des Polskie Towarzystwo Lekarskie [des Polnischen Ärzteverbands, Anm. d. Übers.] herausgegeben wird, Artikel des ehemaligen Häftlings Józef Witkowski über das Lager. 1975 veröffentlichte der Verlag Ossolineum die erste Monographie über das Lager mit dem Titel „Hitlerowski obóz koncentracyjny dla małoletnich w Łodzi” [„NS-Konzentrationslager für Minderjährige in Lodz”, Anm. d. Übers.]. Das Buch entstand unter anderem durch die Kontakte des Autors mit ehemaligen Lagerinsassen, und das darin verwendete Material ist einzigartig: Fotos von Appellen, von der Arbeit in den Werkstätten, persönliche Fotos von Kindern sowie Briefe junger Lagerinsassen an ihre Familien.

In den 70er Jahren erschienen zahlreiche Artikel zum Gedenken an das Lager. So wurde am 9. Mai 1971 im Park im. Promienistych [wörtlich: im „Park der Strahlenden“, Anm. d. Übers.] in Lodz (dem heutigen Park im. Szarych Szeregów [wörtlich: im „Park der Grauen Reihen“; der Name „Szare Szeregi“, auf Deutsch „Graue Reihen“, geht auf eine Untergrundorganisation der Polnischen Pfadfindervereinigung, die während des Zweiten Weltkrieges aktiv war, zurück, Anm. d. Übers.]) das Pomnik Martyrologii Dzieci [das Denkmal für das Martyrium der Kinder, Anm. d. Übers.] enthüllt, das an die Geschichte des Lagers erinnert. Die Prozesse gegen die ehemalige Aufseherin Eugenia Pol alias Genowefa Pohl, die zwischen 1972 und 1975 in Lodz stattfanden, wurden ebenfalls ausführlich kommentiert.

Erwähnenswert ist auch das 2019 erschienene Buch von Urszula Sochacka „Eee... tam, takiego obozu nie było. Wspomnienia Genowefy Kowalczuk, byłej więźniarki obozu przy ulicy Przemysłowej w Łodzi” [„Ach was ... dort gab es kein solches Lager. Erinnerungen von Genowefa Kowalczuk, einer ehemaligen Insassin des Lagers an der ul. Przemyslowa in Lodz”, Anm. d. Übers.], basierend auf Interviews der Autorin mit der ehemaligen Insassin, die zwischen 2009 und 2011 geführt wurden.

Im Jahr 2020 feierte die Publikation über das Lager an der ul. Przemysłowa von Jolanta Sowińska-Gogacz und Błażej Torański mit dem Titel „Mały Oświęcim. Dziecięcy obóz w Łodzi” [„Kleines Auschwitz. Kinderlager in Lodz“, Anm. d. Übers.] im Verlag Prószyński i S-ka Premiere. Darin werden unter anderem die Geschichte des Lagers, die Lebensbedingungen der Häftlinge und die Berichte über die Aufseherinnen und Aufseher dargestellt. Die von Jolanta Sowińska-Gogacz zwischen 2015 und 2019 geführten Interviews mit ehemaligen Inhaftierten sind ein wichtiger Teil dieses Werks.

Im Dezember 2021 veröffentlichte das Muzeum Dzieci Polskich – ofiar totalitaryzmu [das Museum der polnischen Kinder – Opfer des Totalitarismus, Anm. d. Übers.] eine Publikation mit dem Titel „Nauczono nas płakać bez łez...” [„Man lehrte uns, ohne Tränen zu weinen...”, Anm. d. Übers.]. Das Buch stellt die Geschichte des deutschen Konzentrationslagers für polnische Kinder an der ul. Przemysłowa anhand ausgewählter Häftlingsbiographien dar. Erinnerungen und Briefe, die die Kinder an ihre Familien geschrieben haben, zeigen die erschreckende Lagerrealität, die Überlebensversuche und das unermessliche Leid der kleinen Insassen. In der Publikation wird auch das Nachkriegsschicksal der Überlebenden des Kinderlagers an der ul. Przemysłowa dargestellt.

„Niezwykła polska rodzina. Losy Gertrudy Nowak – dziecka z obozu na Przemysłowej” [„Eine ungewöhnliche Familie. Die Schicksale der Gertruda Nowak – eines Kindes aus dem Lager an der Przemysłowa“, Anm. d. Übers.] ist die jüngste, von den Historikern des Muzeum Dzieci Polskich – ofiar totalitaryzmu herausgegebene Publikation (September 2022). Sie basiert auf der bis heute einzigen erhaltenen Lagerspersonalakte von Gertruda Nowak, einer ehemaligen Insassin des deutschen Konzentrationslagers für polnische Kinder an der ul. Przemysłowa in Lodz. „Die darin dargestellte Erzählung ist die dramatische Geschichte einer ganzen Familie – der Eltern und Geschwister von Gertruda Nowak, deren friedliches, glückliches Leben durch die herzlose Vernichtungsmaschinerie des Dritten Reiches unterbrochen und auf den Kopf gestellt wurde”, heißt es im Einleitungsbrief zur Publikation.